Morbus Dupuytren: Sonderformen & verwandte Erkrankungen (Ledderhose, Knöchelpolster)

Der Morbus Dupuytren betrifft in aller Regel die Hohlhand und die Finger. Doch dieselbe Bindegewebs­veranlagung kann sich auch an anderen Stellen zeigen, und rund um die Erkrankung gibt es Befunde und Behandlungsversuche, die nicht in das übliche Schema „Nadel oder Operation“ passen. Diese Seite ordnet diese Sonderformen ein: Wo treten sie auf, was steckt dahinter, und wann ist eine Behandlung sinnvoll – und wann eher Zurückhaltung.

Mir ist dabei wichtig, nichts zu dramatisieren und nichts schönzureden. Viele dieser Sonderformen bei Morbus Dupuytren sind harmlos oder verlaufen ruhig; einige Behandlungen sind gut begründet, andere versprechen mehr, als sie halten. Im Folgenden finden Sie einen kurzen Überblick und jeweils den Verweis auf den ausführlichen Beitrag.

Weiterführende Hinweise finden Sie auch in diesem Fall wieder auf den Seiten der Deutschen Dupuytren-Gesellschaft.

Sonderform bei Morbus Dupuytren: Morbus Ledderhose an der Fußsohle

Der Morbus Ledderhose ist gewissermaßen der „Verwandte“, also mehr als nur eine Sonderform des Dupuytren am Fuß: knotige Verdickungen des Bindegewebes in der Fußsohle. Beide Erkrankungen gehören zur selben Gruppe und können bei einem Menschen auch gemeinsam auftreten. An der Fußsohle ist Zurückhaltung besonders wichtig, weil die Sohle bei jedem Schritt belastet wird und Eingriffe dort schlechter heilen und häufiger wiederkommen. Beobachten, entlasten und – in aktiven Phasen – eine Strahlentherapie stehen deshalb oft vor der Operation.

Auch medikamentöse Versuche werden immer wieder diskutiert; ihre Wirksamkeit ist jedoch begrenzt belegt.

Mehr dazu: Morbus Ledderhose: Symptome, Diagnose und Behandlung · Verapamil bei Morbus Ledderhose – wirkt es wirklich?

Knöchelpolster (Garrod-Knoten) über den Fingergelenken

Knöchelpolster sind Bindegewebs­verdickungen über den Mittelgelenken der Finger. Sie sind eine klassische Sonderform bei Morbus Dupuytren, sind meist schmerzlos und in erster Linie ein kosmetisches Thema. Eine Behandlung ist nicht immer nötig. Wenn doch, stehen zwei Wege zur Wahl – die operative Entfernung mit spannungsarmer Hautdeckung und, in geeigneten Fällen, die Strahlentherapie. Beide haben ihre Grenzen, insbesondere eine gewisse Neigung, erneut aufzutreten.

Mehr dazu: Knöchelpolster: operative Entfernung mit Hautdeckung · Knöchelpolster (Garrett-Knoten): Kann Strahlentherapie helfen?

Weitere Behandlungsversuche beim Morbus Dupuytren

Neben der PNF, der Enzymtherapie und der Operation werden weitere Verfahren angeboten oder erforscht. Die Strahlentherapie bei Morbus Dupuytren kann in einem frühen, noch aktiven Stadium das Fortschreiten bremsen – sie bildet aber bereits bestehende Stränge nicht zurück; entscheidend sind der richtige Zeitpunkt und die sorgfältige Einordnung der wissenschaftlichen Daten. Die Stoßwellentherapie wird als schonende Option diskutiert, ihre Datenlage beim Dupuytren ist jedoch schmal. Wichtig ist mir hier vor allem eine realistische Erwartungshaltung: Was ist gut belegt, was ist momentan noch eher ein Versuch.

Mehr dazu: Strahlentherapie bei Dupuytren: die wissenschaftlichen Daten · Stoßwellentherapie – eine neue Behandlungsoption?

Häufige Fragen zu Sonderformen

Ist der Morbus Ledderhose gefährlich? Nein. Er ist gutartig. Belastend ist vor allem der Druck beim Gehen; deshalb wird an der Fußsohle eher zurückhaltend und schrittweise behandelt.

Muss man Knöchelpolster behandeln? Meist nicht. Sie sind in der Regel harmlos. Eine Behandlung kommt vor allem dann infrage, wenn sie stören – und auch dann ist die Neigung zu bedenken, dass sie erneut auftreten können.

Kann Strahlentherapie meinen Dupuytren heilen? Heilen nicht. Sie kann in einem frühen, aktiven Stadium das Fortschreiten verlangsamen, bildet aber bestehende Stränge nicht zurück. Ob sie in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt vom Stadium ab.