Dupuytren OP Erfahrungen: Herr Wolf dokumentiert seine Heilung

In der Reihe „Fall der Woche“ zeigen wir konkrete Behandlungen von Anfang bis Ende. Dieser Fall ist besonders: Herr Wolf hat seine Dupuytren-Operation mit eigenen Videoclips begleitet, vom Tag vor dem Eingriff bis elf Wochen danach. Er hat mir die Aufnahmen für diesen Beitrag zur Verfügung gestellt. Authentischer lassen sich Erfahrungen mit einer Dupuytren-OP kaum zeigen.

Die Ausgangslage: Verlauf vor der Dupuytren-Operation

Bei Herrn Wolf hatte Morbus Dupuytren an der rechten Hand bereits zu Streckblockaden an zwei Fingern geführt. Am Ringfinger ließ sich die Streckung nicht mehr vollständig erreichen. Am kleinen Finger war sie weder im Grundgelenk noch im Mittelgelenk möglich. Die Hand ließ sich nicht mehr flach auf den Tisch legen.

Herr Wolf hatte einen weiten Weg auf sich genommen, in der Hoffnung, noch für eine perkutane Nadelfasziotomie (PNF) infrage zu kommen. Die Verwachsungen waren dafür aber schon zu ausgeprägt. Es blieb nur die Operation. Wann das der Fall ist, erklärt der Beitrag Wenn die Nadelfasziotomie nicht mehr reicht.

Die Dupuytren-Operation: Heilung beginnt mit der Schnittführung

Bei einer Dupuytren-Operation sind Zickzackschnitte üblich. Oder man schneidet gerade und verschließt die Haut anschließend in Zickzackform. Bei Herrn Wolf habe ich einen anderen Weg gewählt: kurze Querschnitte genau in den Beugefalten der Gelenke. Die Haut dazwischen bleibt unverletzt.

Das hat für den Patienten einen entscheidenden Vorteil. Wenn sich der Finger streckt, muss sich die Haut zwischen den Beugefalten dehnen. Bei der üblichen Schnittführung verläuft gerade dort eine Narbe, und Narbengewebe ist weniger dehnbar als gesunde Haut. Bleiben diese Abschnitte unversehrt, kann sich die Haut beim Strecken ungehindert dehnen. Die Narben in den Beugefalten selbst fallen später kaum auf, weil sie in den natürlichen Hautlinien liegen.

Zugegeben: Für den Operateur ist dieses Vorgehen deutlich anspruchsvoller. Durch die kleinen Querschnitte ist die Übersicht schlechter, und das erkrankte Gewebe muss gewissermaßen „unter der Haut hindurch“ entfernt werden. Für einen erfahrenen Handchirurgen ist das aber gut machbar.

Vor der Operation zeichnen wir die Befunde auf der Haut an: Ovale Figuren markieren die Knoten, Striche die Stränge. Bei Herrn Wolf zeigte sich, dass der Ringfinger selbst noch gar nicht erkrankt war. Am kleinen Finger reichten die Veränderungen dagegen bis an die Seite des Fingers. Deshalb war die Streckbehinderung dort stärker.

Die Operation erfolgte in Armbetäubung. Während der Präparation schützen feine Gummizügel die Nerven und Gefäße, das ist bei diesem Eingriff besonders wichtig. Nach der Entfernung des erkrankten Gewebes war der kleine Finger deutlich besser streckbar. Weil in den Wunden keine relevante Spannung bestand, konnten wir die Haut mit sehr feinen Nähten verschließen. So heilt alles besser.

Verlauf nach der Dupuytren-Operation in Bildern

  • Tag 1: Beim ersten Verbandswechsel weicht die Wunde über der Mittelhand etwas auseinander, weil dort gerade eine kleine Drainage entfernt wurde. Wichtiger ist: keine Schwellung, kein Bluterguss.
  • Woche 1 bis 4: Herr Wolf fotografiert seine Hand selbst im Abstand von einer Woche. Die Wunden heilen sehr schön. Mehr zur Wundheilung im Beitrag Hautheilung nach einer Operation.
  • Nach 5 Wochen: „Nicht perfekt, aber viel, viel besser“, sagt Herr Wolf. Ringfinger und kleiner Finger sind sehr viel besser streckbar, Knoten und Stränge sind verschwunden. Handschuhe anziehen und in die Tasche greifen gehen wieder problemlos.
  • Nach 11 Wochen: Die Hand liegt wieder vollständig flach auf dem Tisch. Von der Operation ist kaum noch etwas zu sehen.

Dupuytren OP Erfahrungen in eigenen Worten

Nach elf Wochen zieht Herr Wolf sein Fazit. Vieles, was vorher nur schwer möglich war, geht wieder so einfach wie früher: in die Hosentasche greifen, Handschuhe anziehen, die PC-Tastatur bedienen, jemandem die Hand geben, Hände waschen, Fahrrad und Motorrad fahren, applaudieren.

„Die Operation war völlig schmerzfrei. Nach sehr kurzer Zeit war die Hand wieder belastbar, nach drei bis vier Wochen fast voll belastbar. Es sind fast keine Spuren an der Hand zu sehen.“

 


Dupuytren OP Erfahrungen: Hand liegt elf Wochen nach der Operation flach auf dem Tisch
Nach elf Wochen: Die Hand liegt wieder flach auf

Bemerkenswert ist, dass sich die Hand zwischen der fünften und der elften Woche noch einmal sichtbar verbessert hat. Das Ergebnis einer Dupuytren-Operation braucht Zeit.

Jahre später: Heilung nach der Dupuytren-Operation


Narben nach Dupuytren-Operation – Handinnenfläche drei Jahre nach dem Eingriff, kaum sichtbar
Zustand drei Jahre nach der Operation.

Wie die Hand von Herrn Wolf mehrere Jahre nach der Operation aussieht, zeigt dieses Foto. Die Narben sind kaum noch zu erkennen. Warum sorgfältige Schnittführung und feines Nahtmaterial dafür entscheidend sind, lesen Sie im Beitrag Unsichtbare Narben.

Fazit: Dupuytren OP Erfahrungen, die Mut machen

Die Erfahrungen von Herrn Wolf zeigen, was eine gut geplante Dupuytren-Operation leisten kann, wenn die Nadelfasziotomie nicht mehr möglich ist. Die Heilung verläuft ohne Komplikationen, der Alltag ist nach wenigen Wochen zurück, und Jahre später sind kaum noch Spuren zu sehen. Wie Sie die Zeit nach dem Eingriff unterstützen, lesen Sie unter Nachbehandlung bei Morbus Dupuytren.