Narben nach einer Dupuytren-Operation: warum sie oft kaum sichtbar sind

Eine häufige Sorge vor einer Dupuytren-Operation gilt der Narbe. Tatsächlich heilen die Narben nach einer Dupuytren-Operation oft so unauffällig, dass sie später kaum noch zu erkennen sind – selbst in anspruchsvollen Fällen. Entscheidend ist, wo und wie der Schnitt gelegt wird. Dieser Beitrag erklärt, was dabei den Unterschied macht.

Das Geheimnis liegt in der Schnittführung

Mein Zugang ist, die Schnitte in die natürlichen Beugefurchen von Hand und Fingern zu legen und auf schräge Zickzackschnitte zu verzichten. Legt man die Wunden in diese ohnehin vorhandenen Linien, ordnet sich die spätere Narbe dem natürlichen Faltenbild der Hand unter und wird dadurch unauffällig.

Wie gut das gelingen kann, zeigt der Fall eines Patienten, eines ehemaligen Kriminalkommissars: Bei der Nachuntersuchung waren die Spuren der Operation an seiner Hand so wenig zu finden, dass ausgerechnet er sie kaum noch erkennen konnte. Bis dahin war nur noch eine leichte Rötung zu sehen.

Narben nach Dupuytren-Operation – Handinnenfläche drei Jahre nach dem Eingriff, kaum sichtbar

Günstige Narben nach Dupuytren-Operation auch bei fortgeschrittener Erkrankung möglich

Ein gutes Narbenergebnis ist nicht auf die einfachen Fälle beschränkt. Ist die Erkrankung schon weiter fortgeschritten – oder hat sich am betroffenen Finger eine kräftige Hornhaut gebildet, mit der die Knoten von innen verwachsen sind –, ist die schonende Nadelfasziotomie nicht mehr geeignet. Dann ist eine offene Operation nötig, und manchmal muss die betroffene Haut sogar ersetzt werden: durch Haut von einer anderen Stelle desselben Fingers. Auch in einer solchen Situation lässt sich ein gutes, unauffälliges Ergebnis erreichen.

Wenn Haut ersetzt werden muss: was Sie erwartet

Verpflanzte Haut ist zunächst gefühllos – sie hat am Anfang noch keine eigenen Nerven. In dem versorgten Bereich ist das Gespür daher anfangs herabgesetzt und kehrt über Monate allmählich zurück. Diese vorübergehende Taubheit ist gut zu unterscheiden von einer Nervenverletzung; sie ist im Vergleich zur zurückgewonnenen Funktion meist eine Nebensache. Der oben genannte Patient beschrieb es genau so: Dass er den Finger wieder vollständig strecken konnte, war für ihn das Entscheidende – die kleine taube Stelle empfand er als nicht störend.

Was zu einem guten Ergebnis beiträgt

Der wichtigste Faktor liegt beim Zeitpunkt: Je besser die Hautverhältnisse noch sind und je weniger sich das Gelenk an die Krümmung gewöhnt hat, desto besser das Ergebnis. Wer früh kommt, macht es sich und uns leichter.

Die Beweglichkeit kehrt oft rasch zurück. In geeigneten Fällen darf die Hand früh im schmerzfreien Rahmen benutzt werden, und nicht jeder braucht anschließend eine Handtherapie – wer viel mit den Händen arbeitet, findet häufig von selbst zurück. Und die Ergebnisse können dauerhaft sein: Die vor Jahren operierte andere Hand desselben Patienten ist bis heute stabil, ohne dass sich etwas zurückgebildet hätte.

Wie die Wunde in den ersten Wochen aussieht und warum sie zunächst befremdlich wirken kann, lesen Sie im Beitrag zur Hautheilung nach einer Dupuytren-Operation; einen Überblick über die gesamte Nachsorge gibt die Übersicht zur Nachbehandlung bei Morbus Dupuytren.