Dupuytren-Knoten entfernen: Wenn der Knoten in der Hohlhand schmerzt

Mit diesem Video beginnt die Reihe „Fall der Woche“. Darin begleiten wir einen Patienten von der Vorbereitung im OP bis zur Nachkontrolle. In diesem Fall geht es um eine Frage, die viele Betroffene stellen: Sollte man einen Dupuytren-Knoten entfernen, obwohl die Finger noch gerade sind?

Wann ist es sinnvoll, einen Dupuytren-Knoten zu entfernen?

Im Allgemeinen vermeiden wir Operationen, solange Morbus Dupuytren keine Beugekontraktur verursacht. Jeder Eingriff kann die Erkrankung sogar anregen und einen Schub auslösen. Es gibt jedoch Ausnahmen. Der Patient im Video hatte noch keine relevante Bewegungseinschränkung. Sein Knoten in der Hohlhand war aber deutlich tastbar und druckempfindlich und bereitete ihm im Alltag Schmerzen. Die Haut darüber war fest mit dem Knoten verwachsen, mit Einziehung und Hornhautbildung.

Im Video „Prinzessin auf der Erbse“ habe ich erklärt, warum es im Einzelfall vernünftig sein kann, einen schmerzauslösenden Knoten zu entfernen. Sie finden es im Beitrag Schmerzen, Alltagseinschränkungen und wann eine Operation sinnvoll ist.

Vorbereitung im OP: Sicherheit zuerst

  • Desinfektion: Vor jeder Operation desinfizieren wir die Hand und den Unterarm mit einer alkoholischen Lösung.
  • Blutsperre: Am Oberarm liegt eine Manschette, ähnlich einer Blutdruckmanschette. Während des Eingriffs wird sie aufgeblasen und verhindert, dass Blut in die Hand strömt. Das verbessert die Übersicht und erhöht die Sicherheit erheblich.
  • Team-Time-out: Vor dem ersten Schnitt stimmen sich alle Anwesenden noch einmal ab: richtiger Patient, richtiger Eingriff, wichtige gesundheitliche Besonderheiten. Dieses Vorgehen geht auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation zur sicheren Chirurgie zurück.

Dupuytren-Knoten entfernen: Nadelfasziotomie und limitierte Fasziektomie kombiniert

Neben dem Knoten zeigte sich eine beginnende Verhärtung, die sich aber noch nicht als Strang bemerkbar machte. Diese haben wir zuerst mit einer perkutanen Nadelfasziotomie (PNF) gelöst, hier unter einer Plexusblockade, also einer Betäubung des ganzen Arms. Das leicht erhöhte Verletzungsrisiko ist vertretbar, wenn ein Erfahrener eingreift und der Bereich der Hand anatomisch wenig gefährdet ist.

Im zweiten Schritt folgte die limitierte Fasziektomie, bei der der Knoten gezielt entfernt wird:

  • Schnittführung: Wir wählen einen zickzackförmigen Schnitt. Er gibt guten Zugang, lässt sich bei Bedarf verlängern und macht die Gefäß-Nerven-Bündel sichtbar.
  • Die Haut schonen: Ein Dupuytren-Knoten wächst von unten gegen die Haut und verdrängt das Fettgewebe dazwischen. Die Hautzipfel über dem Knoten sind deshalb sehr dünn. Wir fassen sie nicht mit der Pinzette, sondern halten sie mit feinen, horizontal gesetzten Haltefäden.
  • Skalpell statt Schere: Mit einem leicht gekrümmten Skalpell lässt sich präzise arbeiten, und das Gewebe wird wenig gequetscht. Eine Schere, besonders beim Spreizen, übt mehr Druck aus und begünstigt schmerzhafte Schwellungen.
  • Ablösen von der Unterlage: Der Knoten sitzt auf dem Gleitkanal der Beugesehne, den sogenannten Ringbändern. Auch hier arbeiten wir mit dem Skalpell und schieben das Gewebe damit behutsam zur Seite. So bleiben Nerven und Blutgefäße neben dem Knoten geschützt.

Vor dem Verschluss öffnen wir die Blutsperre und veröden kleine Blutungspunkte gezielt. Die Haut vernähen wir mit sehr feinem Nahtmaterial, denn zarte Fäden hinterlassen feinere Narben. Mehr dazu im Beitrag Unsichtbare Narben.

Nach der Operation: Schutzverband statt Schiene

Nach einer typischen Dupuytren-Operation mit Beugekontraktur stellen wir die Finger in Streckstellung ruhig. Da bei diesem Patienten keine Fehlstellung bestand, genügte ein einfacher Schutzverband.

Bei der Nachkontrolle ist die Wunde reizlos und die zickzackförmige Naht in Ordnung. Das Gefühl in den Fingern ist vollständig erhalten. Die Streckung gelingt gut, die Beugung ist in den ersten Tagen noch etwas eingeschränkt. Wie es weitergeht, lesen Sie im Beitrag Nachbehandlung bei Morbus Dupuytren.

Fazit: Einen Dupuytren-Knoten entfernen ist die Ausnahme

Einen Dupuytren-Knoten zu entfernen ist die Ausnahme, nicht die Regel. Ist der Knoten aber schmerzhaft und alltagsrelevant, kann eine sorgfältig geplante, schonende Operation auch ohne Beugekontraktur sinnvoll sein. Welche Behandlung zu Ihrer Situation passt, hilft Ihnen der Beitrag Welche Therapie passt zu mir? einzuschätzen.