Nachbehandlung der Nadelfasziotomie: Ergebnis sichern

Die perkutane Nadelfasziotomie (PNF) richtet den Finger in wenigen Minuten wieder auf – wie gut das Ergebnis bleibt, entscheidet sich aber in den Wochen danach. Eine sorgfältige Nachbehandlung nach der Nadelfasziotomie schützt die gewonnene Streckung und beugt einem raschen Rückfall vor. Die folgenden Hinweise sind eine allgemeine Orientierung; die konkreten Vorgaben für Ihre Hand legt Ihr Behandler fest.

Die ersten Tage: schonen und hochlagern

In den ersten Tagen steht die Schonung im Vordergrund. Die behandelte Hand sollte möglichst hochgelagert werden – das beugt einer Schwellung vor, die sonst Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach sich ziehen kann. Kleinere Blutergüsse oder eine leichte Schwellung sind normal und klingen von selbst ab. Solange die örtliche Betäubung nachwirkt, sind die Finger vorübergehend gefühllos – achten Sie darauf, sich in dieser Zeit nicht unbemerkt zu verletzen.

Bewegung – ja, aber richtig dosiert

Frühe, sanfte Bewegung hilft, die erreichte Streckung zu erhalten. Entscheidend ist das richtige Maß: Kräftige, anhaltende Dehnübungen sind nach der PNF nur für kurze Zeit sinnvoll und sollten danach unterbleiben. Dauerhafter Zug kann das erkrankte Bindegewebe eher reizen als beruhigen – warum Dehnen bei Morbus Dupuytren zweischneidig ist, lesen Sie in Finger dehnen bei Morbus Dupuytren.

Die Nachtschiene: das Ergebnis über Wochen sichern

Zur Vorbeugung einer erneuten Krümmung wird in den ersten Monaten häufig eine Nachtlagerungsschiene empfohlen. Sie hält den Finger nachts spannungsfrei in Streckstellung – ein Gedanke, der auf dem sogenannten „No-tension“-Konzept beruht: Weil die Erkrankung von Gewebespannung angetrieben wird, kann anhaltende Entlastung den Verlauf günstig beeinflussen. Dieses Konzept hat Albrecht Meinel ausführlich beschrieben. Eine passende Schiene erhalten Sie über den Sanitätsfachhandel.

Nachtlagerungsschiene an der Hand – hält den Finger nach der Nadelfasziotomie nachts in Streckstellung (Nachbehandlung).

Kontrolle und Langzeitverlauf

Die PNF verbessert die Fingerstellung rasch, heilt die Erkrankung aber nicht – Rezidive sind möglich. Eine Nachkontrolle nach etwa vier bis sechs Wochen ist daher sinnvoll: Oft lässt sich zu diesem Zeitpunkt ein Befund erheben, den eine gezielte Folgebehandlung weiter verbessern kann. Bei erneutem Fortschreiten ist die PNF in der Regel wiederholbar – warum dabei der richtige Zeitpunkt zählt, lesen Sie in Zurück auf Los.

Alle Nachsorge-Hinweise, die unsere Patientinnen und Patienten nach dem Eingriff persönlich erhalten, können Sie hier vorab einsehen: Empfehlungen nach einer Nadelfasziotomie (PDF).

Eine allgemeine Übersicht über die Nachbehandlung bei Morbus Dupuytren finden Sie in einem eigenen Beitrag.