MRT bei Dupuytren: Was die Kernspintomographie zeigt – und warum sie meist nicht nötig ist

Die Kernspintomographie – auch Magnetresonanztomographie oder kurz MRT genannt – gehört zu den modernen Untersuchungsverfahren, die aus der Medizin nicht mehr wegzudenken sind. Auch in der Handchirurgie hat sie einen hohen Stellenwert. Doch gilt das ebenso für den Morbus Dupuytren? Die kurze Antwort vorweg: Ein MRT bei Dupuytren liefert eindrucksvolle Bilder – für die Diagnose brauchen Sie es in aller Regel nicht.

Was die Kernspintomographie sichtbar macht

Die Kernspintomographie ist hervorragend geeignet, das Innere des Körpers abzubilden – und das ganz ohne Röntgenstrahlung. Man erkennt damit zum Beispiel Tumoren, sei es innerhalb eines Knochens oder unter der Haut, ebenso Verletzungen wie einen Bruch am Handgelenk oder eine durchtrennte Beugesehne nach einer Schnittverletzung. Auch das erkrankte Gewebe beim Morbus Dupuytren lässt sich damit darstellen: Knoten und Stränge in der Hohlhand werden sichtbar.

Ein MRT bei Dupuytren als Zufallsbefund

In meiner Sprechstunde stellte sich vor Kurzem ein Patient vor, der einen seiner Finger nicht mehr schmerzfrei bewegen konnte. Ursache war eine entzündliche Veränderung im Bereich der Beugesehnenscheide – gut erkennbar in einer Kernspintomographie. Und ganz nebenbei zeigte dieselbe Aufnahme seinen Dupuytren-Knoten. Das sieht man nicht oft, deshalb lohnt der Blick: Bemerkenswert ist, wie weit sich die Erkrankung unter der Haut ausdehnt – bis zum Übergang an die Beugesehne. Auf einem solchen Bild wird greifbar, dass der Morbus Dupuytren mehr ist als nur der tastbare Strang an der Oberfläche.

Warum ein MRT bei Dupuytren meist nicht nötig ist

Wenn sich damit alles so schön zeigen lässt – warum macht man dann nicht bei jedem Dupuytren-Patienten ein MRT? Ganz einfach: weil man diese teure Untersuchung für die Diagnose nicht braucht. Eine Übersichtsarbeit, die die bisher veröffentlichten Studien zur Bildgebung beim Morbus Dupuytren zusammenfasst, kommt zu einem klaren Ergebnis: Für die Diagnose in der Routine sind solche apparativen Untersuchungen nicht erforderlich. Die Diagnose stellt der erfahrene Arzt durch das Betrachten und Betasten der Hand. Ausdrücklich wird betont, dass die Kernspintomographie allein zur Bestimmung der Ausdehnung zu teuer ist – der Aufwand steht in keinem sinnvollen Verhältnis zum Nutzen. Und Untersuchungen, die vor einem minimalinvasiven Eingriff Risiken senken sollen, sind zwar möglich, ein echter Nutzen ist bislang aber nicht belegt – denn die entsprechenden Risiken sind bei diesen Methoden ohnehin gering.

Man braucht also keine Bildgebung, um einen Morbus Dupuytren zu erkennen – nicht einmal Ultraschall. Mehr zur Diagnosestellung in einem eigenen Beitrag.

Was das für Sie bedeutet

Für Sie als Patient ist das eine gute Nachricht: Sie ersparen sich eine aufwendige, teure Untersuchung wie die Kernspintomographie, die Ihrer Behandlungsentscheidung nichts Wesentliches hinzufügt. Und unnötige Diagnostik verursacht Kosten, die am Ende die Gemeinschaft aller Versicherten trägt. Verantwortungsvoller Umgang mit der Bildgebung heißt deshalb: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Ausnahmen gibt es natürlich – etwa bei einem unklaren Befund, der sich nicht eindeutig zuordnen lässt. Dann kann eine gezielte Untersuchung sinnvoll sein, um zusätzliche Informationen über Ausdehnung und Nachbarstrukturen zu gewinnen. Der typische Morbus Dupuytren gehört aber nicht dazu.

Mehr über Entstehung, Verlauf und Behandlung erfahren Sie in meinem Überblick zum Morbus Dupuytren.