Z-Plastik bei Dupuytren: Warum die Narbe im Zickzack verläuft

Die Z-Plastik gehört zu den Grundtechniken der plastischen Chirurgie. Bei der Operation der Dupuytren’schen Erkrankung spielt sie eine wichtige Rolle: Sie sorgt dafür, dass die Haut nach dem Eingriff genug Länge hat und der Finger dauerhaft gestreckt bleibt. In diesem Video zeige ich Ihnen das Prinzip am Modell und an einer Operation.

Das Prinzip der Z-Plastik

Stellen Sie sich eine Narbe vor, die unter Spannung steht. Neben diese Linie werden zwei schräge Schnitte gesetzt, sodass die Form eines Z entsteht. Dabei bilden sich zwei dreieckige Hautläppchen, die gegeneinander getauscht werden. Das hat zwei Wirkungen: In der Längsrichtung steht mehr Haut zur Verfügung, und die Spannung ist beseitigt. Zudem verläuft die Narbe danach nicht mehr gerade, sondern im Zickzack.

Das erste Beispiel im Video ist eine verkürzte Narbe an einem Finger, die nicht durch Dupuytren entstanden ist. Nach zwei Z-Plastiken ist die Haut entspannt, und der Finger lässt sich wieder frei strecken.

Z-Plastik bei der Dupuytren-Operation

Eine gerade Narbe über der Beugeseite eines Fingers würde beim Vernarben schrumpfen und den Finger erneut in die Beugung ziehen. Deshalb soll am Ende der Dupuytren-Operation (Fasziektomie) keine gerade Narbe zurückbleiben. Trotzdem darf der Operateur zunächst mit einem geraden Schnitt beginnen. Er verschafft die beste Übersicht, und die Z-Plastiken werden am Ende hineingeschnitten.

Einen Vergleich von Bruner-Schnitt und Z-Plastik bietet Leão et al., HAND 2024. E Entscheidend ist, dass die Narbe nicht geradlinig über die Beugefurchen zieht.

Im Video sehen Sie unter der Haut die gespannten Bänder zwischen den Fingern. Die Fingernerven werden mit einem kleinen Silikonschlauch angeschlungen und gesichert, damit sie nicht versehentlich verletzt werden. So lässt sich das erkrankte Gewebe mit großer Übersicht und unter guter Kontrolle herauslösen. Sobald die letzten Fasern durchtrennt sind, ist der Finger frei und lässt sich wieder strecken. In aller Ruhe wird auch der Nerv auf der Kleinfingerseite befreit. Zum Schluss wird das erkrankte Gewebe vollständig entfernt. Der Eingriff endet mit drei Z-Plastiken.

Nach der Operation

Schon drei Tage nach der Operation konnte der Patient schmerzfrei mit Bewegungsübungen beginnen. Die Wunden heilten problemlos, ohne Entzündungen oder offene Stellen. Statt eines neuen Verbandes erhielt er einen Baumwollhandschuh, der die Wunde schützt und das Üben erlaubt. Wie es danach weitergeht, lesen Sie unter Nachbehandlung bei Morbus Dupuytren.

Ein Beispiel, in dem die Z-Plastik nach einem schwierigen Befund eingesetzt wurde, finden Sie im Beitrag Der verflixte Spiralnerv.