Morbus Dupuytren: Ambulant oder stationär behandeln?

Viele Patientinnen und Patienten fragen mich vor einem Eingriff dasselbe: Muss ich dafür ins Krankenhaus – oder kann ich danach wieder nach Hause? Die Frage, ob man Morbus Dupuytren ambulant oder stationär behandelt, lässt sich in den allermeisten Fällen klar beantworten: ambulant. Ein Eingriff an der Hand hinterlässt zwar einen Verband oder eine Schiene, im Übrigen sind Sie aber sofort wieder selbstständig – an- und auskleiden, waschen, versorgen. Eine pflegerische Betreuung ist dafür nicht nötig.

Im folgenden Video gehe ich dieser Frage nach. Die Aufnahme stammt aus meiner Zeit in der Klinikleitung; an der Grundaussage – ambulant, wann immer es medizinisch vertretbar ist – hat sich nichts geändert. Wie es heute in meiner Sprechstunde abläuft, lesen Sie darunter.

Ambulant oder 🏥 stationär bei ☝️Morbus Dupuytren? #gutlebenmitdupuytren

Gut leben mit Dupuytren 24. Mai 2020 12:53

Warum Dupuytren-Eingriffe in der Regel ambulant sind

Ambulante Behandlungen sollen im Gesundheitswesen grundsätzlich Vorrang haben – schon aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, die uns als Beitragszahler alle betrifft. Bei Morbus Dupuytren kommt hinzu, dass die gängigen Verfahren dafür wie geschaffen sind. Die perkutane Nadelfasziotomie und die limitierte Fasziektomie belasten den Körper wenig; die Hand ist oft schon unmittelbar danach gebrauchsfähig. Für die meisten Menschen ist es angenehmer, den Tag zu Hause ausklingen zu lassen als in einem Krankenzimmer.

Was Sie zur ambulanten Behandlung mitbringen sollten

Damit eine ambulante Behandlung sicher ist, bitte ich Sie um zwei Dinge. Bringen Sie bitte eine erwachsene Begleitperson mit – wir dürfen Sie nach dem Eingriff nicht allein nach Hause fahren lassen. Und sorgen Sie dafür, dass in den ersten 24 Stunden danach jemand für Sie erreichbar ist, falls es Ihnen unerwartet nicht gut gehen sollte. Das spreche ich bewusst schon vor der Behandlungsplanung an – es geht um Ihre Sicherheit. Junge, gesunde Menschen geraten kaum je in eine solche Lage; wer aber betagt ist oder zusätzliche Erkrankungen mitbringt, den befrage ich sorgfältig zu Vorerkrankungen und berücksichtige das in der Planung.

Wann eine stationäre Betreuung sinnvoll ist

Es gibt Situationen, in denen eine Nacht unter Beobachtung vernünftig ist: bei sehr betagten oder mehrfach erkrankten Patienten, oder wenn ein Eingriff so aufwendig war, dass ein erhöhtes Risiko – etwa für eine Nachblutung – besteht. Dann ist die stationäre Aufnahme kein Rückschritt, sondern schlicht die sicherere Wahl. Eine Krankenhausbehandlung muss allerdings immer medizinisch begründet sein.

Ein starkes Netz im Hintergrund

Auch wenn ich Sie in meiner Sprechstunde persönlich und ambulant behandle, stehe ich damit nicht allein: Als Handchirurg bin ich Teil des Klinikumsverbundes. Für Sie heißt das, dass sich für praktisch jede Konstellation eine Lösung findet. Braucht ein Patient eine stationäre Versorgung oder einen Weg, den ich in meiner privatärztlichen Sprechstunde nicht selbst abbilde, übernehmen ihn meine Kolleginnen und Kollegen in der Klinik. Der Regelfall bleibt: Sie kommen zu mir, wir behandeln ambulant, Sie gehen am selben Tag nach Hause. Das große Haus im Rücken ist ein Sicherheitsnetz, von dem am Ende Sie profitieren.

Wenn zu diesem Thema etwas unklar ist, sprechen Sie mich gern direkt an – am besten schon bei der Terminvereinbarung. Dann klären wir vorab, was in Ihrem Fall der richtige Weg ist.