Wer die Diagnose Morbus Dupuytren erhält, möchte in die bestmöglichen Hände — und sucht heute meist zuerst im Internet. Nicht wenige geben dabei genau das ein: „Dupuytren Spezialist finden“. Dahinter steht ein verständlicher Wunsch: sicherzugehen, an der richtigen Adresse zu sein. Doch woran erkennt man einen echten Spezialisten? Ist ein Doktor- oder gar Professorentitel ein Garant für Kompetenz? Ein genauer Blick lohnt sich.
Ein Vergleich aus dem Alltag: Meine Frau backt hervorragende Brötchen — nach viel Übung inzwischen vielleicht sogar besser als mancher Bäcker. Trotzdem würde sie sich nie „Bäckermeisterin“ nennen. Diesen Titel trägt nur, wer eine festgelegte Ausbildung durchlaufen und sein Können in einer Prüfung nachgewiesen hat. Ganz ähnlich ist es in der Medizin: Ein akademischer Titel wie „Dr.“ oder „Prof.“ sagt etwas über die wissenschaftliche Laufbahn aus — aber nicht automatisch, dass jemand ein bestimmtes Krankheitsbild besonders häufig und besonders gut behandelt.
Der eigentliche „Meistertitel“ der Handchirurgie heißt Facharzt. Wer sich Handchirurg nennen darf, hat zunächst eine mehrjährige Facharztweiterbildung absolviert und darauf eine zusätzliche, mehrjährige Weiterbildung speziell für die Hand aufgesetzt, die mit einer Prüfung vor der Ärztekammer endet. Erst dann ist die Zusatzbezeichnung „Handchirurgie“ erlaubt. Das ist ein wichtiger Unterschied: Manche Kollegen führen zwar einzelne Eingriffe an der Hand durch, haben diesen formalen Weg aber nicht beschritten. Für Sie als Patient ist die erste vernünftige Orientierung deshalb einfach — suchen Sie gezielt einen Handchirurgen.
Titel und Facharztbezeichnung sagen allerdings noch nichts über die Tiefe der Erfahrung. Junge Kolleginnen und Kollegen bringen aktuelles Wissen mit — sie werden am Anfang aber vor allem von erfahrenen Ärzten in den Beruf eingeführt; echte Erfahrung wächst über Jahre. Die europäische Fachzeitschrift für Handchirurgie (Journal of Hand Surgery, European Volume) hat deshalb vorgeschlagen, in wissenschaftlichen Arbeiten nicht nur die angewandte Methode anzugeben, sondern auch den Erfahrungsgrad des behandelnden Arztes — in fünf Stufen:
Ursprünglich war dieses System zur besseren Bewertung von Studien gedacht. Es hilft aber auch Ihnen, die entscheidende Frage einzuordnen: Wie erfahren ist mein Arzt mit genau meiner Erkrankung?
Im Internet laden viele Portale dazu ein, Ärzte mit Sternen zu bewerten. Das ist bequem — über die tatsächliche medizinische Qualität sagt es aber wenig aus. Solche Bewertungen sind stark subjektiv und nicht immer authentisch. Aussagekräftiger sind nach wie vor persönliche Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis und der Rat des Hausarztes, der seine Patienten bevorzugt an Kollegen überweist, zu denen über die Jahre ein durch Vertrauen geprägtes Verhältnis gewachsen ist. Am Ende geht es darum, eine informierte Entscheidung zu treffen — warum dafür auch eine gute ärztliche Aufklärung entscheidend ist, lesen Sie in einem eigenen Beitrag.
Wenn Sie einen erfahrenen Dupuytren-Spezialisten finden möchten, führen mehrere verlässliche Wege zum Ziel:
Genau diesen Schwerpunkt habe ich über viele Jahre gesetzt — als Handchirurg mit langjähriger klinischer undwissenschaftlicher Beschäftigung mit dem Morbus Dupuytren. Wer ich bin und wie ich arbeite, lesen Sie auf der Seite Über mich.
🤔 Wer ist der (oder die) Richtige? #gutlebenmitdupuytren
Gut leben mit Dupuytren 23. Januar 2021 18:21