In diesem Fallbericht geht es um Morbus Dupuytren am Daumen – eine fortgeschrittene Kontraktur am linken Daumen mit zusätzlichem Hautdefekt, der eine sorgfältige Planung des Wundverschlusses erforderte. Der Daumen war deutlich gebeugt und ließ sich nicht mehr frei strecken.
Auch am Daumen ist die schonende perkutane Nadelfasziotomie mein erster Weg; reicht sie bei fortgeschrittenem Befund nicht mehr aus, folgt die offene Operation als sicherer nächster Schritt.
Während der Operation wurde das erkrankte Gewebe unter direkter Sicht schrittweise gelöst und entfernt. Genau darin liegt der Gewinn der offenen Methode: Sehnen, Nerven und Blutgefäße lassen sich gezielt darstellen und schonen, während der erkrankte Strang beseitigt wird. Es wird nicht mehr entfernt als nötig – aber das, was entfernt wird, geschieht unter Blickkontrolle statt im Verborgenen. Durch die Entfernung der krankhaften Strukturen gewann der Daumen etwa zehn Millimeter an Länge und ließ sich anschließend deutlich besser strecken.
Ein Problem, das bei fortgeschrittenen Fällen typisch ist: Streckt man einen lange gebeugten Daumen wieder, reicht die Haut auf der Beugeseite oft nicht aus. Nach der Korrektur war die Haut zunächst nicht spannungsfrei zu verschließen. Würde man die Wunde dennoch unter Spannung zunähen, ginge die neu gewonnene Streckung schnell wieder verloren, und auch die Wundheilung wäre gefährdet.
Deshalb wurde die Haut nicht einfach zusammengezogen, sondern aus einem benachbarten, gut durchbluteten Bereich an ihren neuen Platz verlagert (fachlich: ein gestielter Transpositionslappen). So bleibt die neu gewonnene Streckung erhalten und wird nicht gleich wieder durch einen zu engen Hautmantel eingeschränkt. Am Ende konnte die Wunde geschlossen und die Beweglichkeit des Daumens deutlich verbessert werden. Eine Schiene unterstützt nun die Streckung und hilft, das Ergebnis zu stabilisieren.
☝️ Morbus Dupuytren "Fall der Woche Nr. 3“ #gutlebenmitdupuytren
Gut leben mit Dupuytren 26. September 2020 17:03