Die Diagnose Morbus Dupuytren verunsichert viele Menschen mehr, als es die Erkrankung in den allermeisten Fällen rechtfertigt. Damit Sie gelassener mit ihr umgehen, habe ich hier fünf Tipps für Dupuytren-Patienten zusammengestellt – aus vielen Jahren Sprechstunde und mit dem Ziel, Ihnen unnötige Sorgen und unnötige Eingriffe zu ersparen.
Nur bei wenigen Patienten wird der Morbus Dupuytren jemals zu einer wirklich relevanten Beeinträchtigung – etwa durch eine ausgeprägte Fingerkrümmung. Sehr viele Menschen haben lediglich einen oder mehrere Knoten in der Hohlhand und bleiben damit ihr Leben lang unbeeinträchtigt. Das betrifft die Mehrzahl der Betroffenen, und zwar auf Dauer.
Gerade jüngere Patienten fragen sich oft, ob sie eines Tages „verkrüppelte Hände“ haben werden. Diese Sorge ist in aller Regel unbegründet – machen Sie sie sich erst einmal nicht.
Wenn sich ein Finger nicht mehr ganz mühelos strecken lässt, ist die Versuchung groß, mit kräftigen Dehnübungen gegenzuhalten. Tun Sie das bitte nicht. Der Versuch, das Fortschreiten der Erkrankung durch Dehnen zu bremsen, bewirkt eher das Gegenteil.
Warum das so ist – und was dabei im erkrankten Gewebe geschieht – habe ich ausführlich erklärt: Finger dehnen bei Morbus Dupuytren – sinnvoll oder gefährlich?
Muss ein gekrümmter Finger tatsächlich behandelt werden, ist das nicht zwangsläufig eine offene Operation. Für viele Patienten ist die perkutane Nadelfasziotomie eine schonendere und oft deutlich bessere Lösung.
Was dabei geschieht, für wen sie geeignet ist und wo ihre Grenzen liegen, lesen Sie hier: Perkutane Nadelfasziotomie (PNF)
Wenn eine Behandlung nötig wird, sollte ein erfahrener Handchirurg sie durchführen. Die Versorgung einer Dupuytren-Kontraktur ist nicht trivial. Die Handchirurgie ist eine dreijährige Zusatz-Weiterbildung im Anschluss an eine abgeschlossene Facharztausbildung, etwa in der Plastischen Chirurgie oder Orthopädie. Das sollte Ihr Mindeststandard bei der Wahl des Operateurs sein.
Warum Erfahrung und Spezialisierung hier so viel ausmachen, habe ich gesondert erläutert: Was ist ein Experte? Eine erste Orientierung bietet außerdem die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie.
Ab und zu profitiert jeder von einem guten Rat. Gemeinsam mit Dr. Wolfgang Wach von der Deutschen Dupuytren-Gesellschaft habe ich einen Patientenratgeber geschrieben. Er richtet sich an alle, die sich näher mit der Erkrankung beschäftigen möchten, und erklärt in verständlicher Sprache die Hintergründe, die Behandlungsmöglichkeiten und vieles mehr.
Der gemeinsame Kern dieser fünf Tipps für Dupuytren-Patienten: In den meisten Fällen dürfen Sie gelassen bleiben, und wenn behandelt werden muss, dann gut informiert und in erfahrenen Händen.
5 Tipps für Dupuytrenpatienten #gutlebenmitdupuytren
Gut leben mit Dupuytren 10. September 2023 16:00