Nach einer Dupuytren-Behandlung entscheidet nicht allein der Eingriff über das Ergebnis – ebenso wichtig ist eine qualifizierte Handtherapie nach Dupuytren. Die Kongresse der Handchirurgie und der Handtherapie finden aus gutem Grund seit vielen Jahren gemeinsam statt: In den allermeisten handchirurgischen Fällen kommt es neben einer sauber durchgeführten Operation vor allem auf eine gute Nachbehandlung an. Was das für Sie bedeutet, habe ich mit einer erfahrenen Handtherapeutin, Frau Bernhöft, besprochen.
Handtherapeutinnen und Handtherapeuten haben eine spezielle Zusatzausbildung. Sie baut auf dem Grundberuf auf – meist Ergo- oder Physiotherapie – und ist mit viel Erfahrung speziell auf Patientinnen und Patienten in der Handchirurgie und auf Eingriffe und Verletzungen an der Hand ausgerichtet. Vereinfacht gesagt: Sie behandeln mit ihren eigenen Händen die Hände ihrer Patienten – Hand in Hand.
Gerade nach einer Operation scheinen zwei Ziele im Widerspruch zu stehen. Einerseits soll Ruhe die Wundheilung sichern, andererseits geht es um die Wiederherstellung der Beweglichkeit. Die Hand ist jedoch ein besonderes Organ mit vielen Strukturen – wir brauchen sie für unzählige Tätigkeiten und für unseren Ausdruck. Funktion und Beweglichkeit sind hier essenziell, und deshalb liegt der Schwerpunkt der Handtherapie auf der Bewegung.
Sie müssen keine Sorge haben, dass Bewegung die Wundheilung verschlechtert. Im Gegenteil: Durch diese frühfunktionelle Behandlung werden Funktion und Heilung begünstigt, und Sie kommen schnell wieder in Bewegung und in Ihren Alltag zurück.
Viele Patienten fürchten dennoch, die Wunde könnte unter Spannung aufreißen, solange die Fäden noch liegen. Bei einem mitarbeitenden Patienten und einem erfahrenen Chirurgen ist das kaum ein Problem. Und sollte es doch einmal zu einer kleinen, oberflächlichen Störung kommen, wiegt das weit weniger schwer, als Zeit zu vergeuden, in der Beweglichkeit zurückgewonnen werden kann. Auch die nicht unmittelbar betroffenen Strukturen der Hand leiden, wenn sie geschont und vernachlässigt werden.
Eine Handtherapeutin setzt eine Nachtlagerung gezielt ein – eine darüber hinausgehende Schonung oder Immobilisation, die die Bewegung behindert, sollte dagegen nicht stattfinden. Eine Nachtlagerung kann sinnvoll sein. Eine darüber hinausgehende Schonung oder eine Immobilisation, die die Bewegung behindert, sollte dagegen nicht stattfinden. Das Ziel ist, dass Sie die wiedergewonnene Beweglichkeit auch nutzen, dass die Funktion rasch zurückkehrt und Ihnen im Verlauf keine Nachteile durch Einschränkungen entstehen.
Heute sind Sie meist schnell wieder belastungsfähig – die Notwendigkeit einer guten Nachbehandlung ist damit aber nicht verschwunden. Die Belastung wird gemeinsam festgelegt und allmählich gesteigert. Erfahrene, speziell weitergebildete Physio- oder Ergotherapeutinnen und -therapeuten begleiten Sie dabei. Für die Suche nach qualifizierten Fachleuten sind zwei Adressen hilfreich: die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie (DAHTH) und die Akademie für Handrehabilitation (AFH).
Am wichtigsten ist die enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit von Chirurg, Patient und Therapeut. Ein guter Informationsaustausch sorgt dafür, dass alle auf demselben Stand sind, dass keine Ängste oder Unsicherheiten entstehen und dass Sie Hand in Hand begleitet werden. Nicht, weil man es sich wünscht, sondern weil es so am besten funktioniert – denn jeder kann noch ein Stück besser werden.
Mehr zum grundsätzlichen Ablauf lesen Sie in unserer Übersicht zur Nachbehandlung bei Morbus Dupuytren
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Gut leben mit Dupuytren 12. Juli 2020 20:02