Morbus Dupuytren und Ernährung – können Sie mit der richtigen Kost gegensteuern?

Immer wieder werde ich in der Sprechstunde nach dem Zusammenhang von Dupuytren und Ernährung gefragt – und häufig sind es gar nicht die Betroffenen selbst, sondern die Ehepartnerinnen. Die Frage dahinter ist verständlich: Können Sie durch die richtige Ernährung verhindern, dass die Erkrankung an der Hand fortschreitet? Weil ich darauf als Handchirurg oft ratlos geantwortet habe, habe ich eine Fachfrau gebeten, die Sache einzuordnen.

Was sagt die Ernährungswissenschaft zu Dupuytren?

Ich habe mit Ulrike Vogt gesprochen, Diplom-Ökotrophologin mit einer Zusatzausbildung zur Assistentin für klinische Ernährung. Sie beschäftigt sich also berufsmäßig mit dem Zusammenhang von Krankheit und Ernährung. Bemerkenswert ist schon der Einstieg: In ihrer bisherigen Praxis hat sie noch nie ein an Dupuytren Erkrankter auf das Thema angesprochen. Für unser Gespräch musste sie sich erst in die Erkrankung einarbeiten – und kam nach Sichtung der Fachliteratur zu einem klaren Ergebnis: Sie hat so gut wie nichts gefunden, die Studienlage ist ausgesprochen dünn und unsicher.

Dupuytren, richtige Ernährung und die fehlende Evidenz

Frau Vogt betont, dass sich viele Erkrankungen sehr wohl über eine gezielte Ernährungsumstellung beeinflussen lassen – gerade solche des Magen-Darm-Trakts, die man dadurch teils spürbar bessern kann. Für den Morbus Dupuytren gilt das nach heutigem Kenntnisstand jedoch nicht. Es gibt keine belastbaren Daten, dass eine bestimmte Kostform, ein Nahrungsergänzungsmittel oder eine Diät die typischen Knoten und Stränge aufhalten könnte. Das ist eine wichtige Information – auch, weil sie Sie vor unnötigen Ausgaben für unbewiesene Präparate bewahrt.

Bringen Bio-Lebensmittel einen Vorteil?

Eine häufige Anschlussfrage lautet: Ist wenigstens „Bio“ grundsätzlich besser? Auch hier bleibt Frau Voigt nüchtern: Es gibt keine Studien, die belegen, dass Bio-Produkte gegenüber konventionell erzeugten einen gesundheitlichen Vorteil hätten – teils sogar Untersuchungen, die keinen Unterschied finden. Eine spezielle Bio-Empfehlung aus Dupuytren-Sicht lässt sich daraus nicht ableiten.

Mein Fazit

Halten wir es ehrlich, aber auch einigermaßen ernüchtert fest: Wir wissen derzeit nicht, ob sich der Morbus Dupuytren über die Ernährung beeinflussen lässt. Das ist unbefriedigend, aber es ist die redliche Antwort – und zugleich ein klarer Auftrag an die Forschung.

Was die Forschung allerdings zeigt: Nicht eine bestimmte Ernährungsform, sondern Stoffwechselfaktoren wie Diabetes und ein hoher Alkoholkonsum stehen mit der Erkrankung in Zusammenhang. Wer diese im Griff hat, tut seiner Hand womöglich mehr Gutes als jede Spezialdiät.

Statt auf unbewiesene Diäten zu setzen, sollten Sie den Verlauf Ihrer Erkrankung fachärztlich beobachten lassen und bei zunehmender Beugekontraktur die etablierten Behandlungswege besprechen. Einen Überblick dazu finden Sie auf meiner zentralen Seite Morbus Dupuytren.