In diesem Live‑Q&A zum Tag der Hand beantwortet Prof. Reichert eine Stunde lang Zuschauerfragen rund um die Dupuytren‑Krankheit: Veranlagung, Trigger, Verlauf und Behandlung. Schwerpunkt ist die Kombination aus genetischer Disposition und auslösenden Ereignissen (z.B. Operationen, Verletzungen, Überlastung), die zum Ausbruch der Erkrankung führen können. Es wird erklärt, warum nicht jede mechanische Belastung (Gartenarbeit, Motorradfahren) schädlich ist, aber intensives Dehnen in einem bereits vorgespannten Gewebe die Erkrankung eher anheizen kann.
Ausführlich dargestellt werden die Rolle der Strahlentherapie im Frühstadium, minimalinvasive Optionen wie Nadelfasziotomie (inkl. Streckschiene/Extensionshandschuh) und die Grenzen klassischer Operationen, insbesondere bei weit fortgeschrittenen Befunden. Prof. Reichert betont, dass Dupuytren zwar chronisch ist, aber meist die Lebensqualität nicht dramatisch einschränkt, und plädiert dafür, Eingriffe zeitlich klug zu wählen und nicht zu spät zu kommen, um Gelenkschäden zu vermeiden.
Weitere Themen sind Schmerzen (indirekte Schmerzursachen durch eingeschränkte Beweglichkeit oder Druck), mögliche Nervenkompressionen (z.B. Karpaltunnelsyndrom), die kritische Bewertung von Dehnübungen, Physiotherapie und Stoßwellentherapie sowie der aktuelle Stand zu medikamentösen Ansätzen wie Adalimumab. Ernährungsempfehlungen, der Einfluss von Klettersport bei jungen Patienten und seltene Extremmaßnahmen wie Amputation oder radikale Haut‑/Faszienentfernungen werden ebenfalls diskutiert. Abschließend weist Prof. Reichert auf die Bedeutung spezialisierter Handchirurgen und seriöser Informationsquellen (DGH, Deutsche Dupuytren‑Gesellschaft) hin und lädt zu weiterer individueller Beratung ein.
