Narkose bei Dupuytren: Vollnarkose oder örtliche Betäubung?

Bei der Frage der Narkose bei Dupuytren kommt es auf das Verfahren an. Die perkutane Nadelfasziotomie führe ich bewusst nicht in völliger Schmerzfreiheit durch – Sie sollen im Zweifel spüren, wenn tiefer liegende Nervenstrukturen gereizt werden. Bei der klassischen Operation dagegen brauchen wir zuverlässig vollständige Schmerzfreiheit. Welche Möglichkeiten es dafür gibt, habe ich mit Dr. Hauke Vogler besprochen, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Klinikum Nürnberg.

Muss ich für die Narkose bei Dupuytren im Krankenhaus bleiben?

In der Regel nicht. Dr. Vogler erklärt, dass man bei kleineren Eingriffen – auch nach einer Vollnarkose – meist noch am selben Tag wieder nach Hause kann, sofern keine schweren Vorerkrankungen vorliegen und es kein großer Eingriff ist. Der Dupuytren-Eingriff gehört zu diesen überschaubaren, meist ambulant durchführbaren Operationen.

Örtliche Betäubung oder Vollnarkose?

Für die Operation stehen zwei Wege offen:

  • Regionalanästhesie (Teilnarkose). Über einen ultraschallgesteuerten Einstich in die Achsel wird ein örtliches Betäubungsmittel direkt an die Armnerven gesetzt. Der Arm „schläft“ innerhalb einer Viertelstunde ein, die Wirkung hält etwa drei bis sechs Stunden. Sie bleiben wach, spüren und sehen vom Eingriff nichts – ein Sichtschutz trennt das Operationsfeld ab – und können danach essen, trinken und nach Hause.
  • Vollnarkose. Sie erhalten ein Medikament zum Schlafen und werden während des gesamten Eingriffs überwacht. Nach dem Aufwachen im Aufwachraum können Sie in der Regel nach zwei bis drei Stunden nach Hause.

Warum Ultraschall? Dr. Vogler beschreibt den Vorteil so: Damit lassen sich die an der Achsel mehrere Millimeter dicken Nerven direkt sehen, die Nadel gezielt heranführen und das Betäubungsmittel präzise platzieren – das braucht weniger Medikament bei höherer Trefferquote. Die Erfolgsquote der Regionalanästhesie liege derzeit bei deutlich über 98 %.

Die 24-Stunden-Regel: bitte begleiten lassen

Ein wichtiger Punkt gilt unabhängig von der Narkoseform: Nach jeder Narkose sind Sie für 24 Stunden weder geschäfts- noch fahrtüchtig – kein Auto, keine Maschinen, keine Verträge. Das 24-Stunden-Fahrverbot gilt auch nach einer kurzen Betäubung. Jemand aus der Familie oder ein enger Freund sollte Sie deshalb abholen und die ersten 24 Stunden in Rufweite bleiben – für den seltenen Fall einer Nachblutung oder Übelkeit. Die häusliche Versorgung muss also gesichert sein; den Arm können Sie in dieser Zeit zunächst nicht belasten.

Narkose bei Dupuytren: Sie dürfen wählen

Wenn medizinisch nichts gegen die eine oder andere Form spricht, ist die Narkose bei Dupuytren oft eine Frage Ihrer Präferenz. Dr. Vogler gibt eine Empfehlung, überlässt die Entscheidung aber Ihnen: Der eine möchte wach und „Herr seiner Sinne“ bleiben, der andere von nichts etwas mitbekommen – beides ist möglich und sicher. Das passt zu meinem Grundverständnis, dass Sie die für Sie richtige Wahl gemeinsam mit Ihren Behandlern treffen. Welche Betäubung infrage kommt, ist ohnehin Teil der Aufklärung vor dem Eingriff – ebenso wie die Wahl zwischen perkutaner Nadelfasziotomieund klassischer Operation.

Häufige Fragen

Wird die Nadelfasziotomie unter Narkose gemacht? Bewusst nicht in völliger Schmerzfreiheit. Sie sollen spüren können, wenn tiefer liegende Nervenstrukturen gereizt werden – das ist ein Sicherheitsvorteil des Verfahrens.

Kann ich nach der Narkose bei Dupuytren selbst nach Hause fahren? Nein. Für 24 Stunden sind Sie nicht fahrtüchtig und nur eingeschränkt geschäftsfähig. Sie brauchen eine Begleitperson, die Sie abholt und in Rufweite bleibt.

Vollnarkose oder örtliche Betäubung – was ist besser? Wenn medizinisch beides möglich ist, entscheiden Sie. Beide Verfahren sind sicher und lassen sich meist ambulant durchführen.