In diesem Video geht es um die Frage, warum Morbus Dupuytren entsteht und ob Verletzungen, Belastung oder Sport eine Rolle spielen. Nach heutigem Wissen gibt es dafür keine gesicherten Beweise; die Erkrankung kann auch ohne klaren Auslöser auftreten. Deshalb müssen Betroffene gewohnte Aktivitäten wie Tennis oder Golf in der Regel nicht grundsätzlich aufgeben.

Wenn es uns körperlich nicht gut geht, dann können wir damit besser umgehen, wenn wir die Ursache kennen. Nach einer durchfeierten Nacht kennen wir den Grund für unsere Katerstimmung, ein Mückenstich, ein Sonnenbrand, ein Bluterguss nach einem Skiunfall, oder sogar der gebrochenen Knöchel, alles das ist klar auf ein Ereignis zurückzuführen. Wir können damit umgehen, wir können uns vorstellen wie lange es dauert, bis alles wieder vorbei ist. Und schlimmstenfalls gibt uns unser Arzt Hausaufgaben mit auf den Weg und sagt uns, was wir tun und lieber nicht tun sollen.

Was aber, wenn plötzlich und ohne einen solchen klaren Grund eine Verhärtung in der Hand entsteht?

Als mir das bei meinem Vater zum ersten Mal auffiel, erzählte ich ihm von der Dupuytren-Erkrankung. Er widersprach mir. Nein, nein das habe damit gar nichts zu tun. Er habe neulich bei der Ernte im Apfelbaum kurz die Balance verloren, musste sich abfangen und mit der Hand kräftig nach einem Ast greifen, um nicht herabzustürzen. Dabei habe er ein Reißen in der Hand gespürt.

Dies deutet auf eine der ältesten Fragen im Zusammenhang mit der Dupuytrenerkrankung: ist das Folge einer Verletzung oder einer mechanischen Belastung? Dupuytren selbst hatte das so beschrieben.

Es gibt in der medizinischen Literatur mittlerweile viele hundert Berichte über solche Beobachtungen, auch nach Infektionen an der Hand oder nach Operationen. Jeder Handchirurg hat das schon einmal gesehen. Aber ein Beweis für eine echte Kausalität ist das noch nicht. Das setzt andere Formen einer Studie voraus, ich hatte das an anderer Stelle schon einmal beschrieben.

In früheren Zeiten, als die Menschen noch etwas anders mobil waren, sprach man von der Kutscherkrankheit. 
Damals war die Ansicht verbreitet, wer sein Leben lang kraftvoll Zügel halten muss, hat doch am Ende zwangsläufig krumme und steife Finger. Auch hier gilt, dass der Nachweis eines Ursachenzusammenhangs noch fehlt. Arbeiten mit vibrierenden Maschinen scheinen einen ungünstigen Einfluss zu haben, als Berufskrankheit anerkannt ist das aber noch nicht.  

Was gegen den schädigenden Einfluss mechanischer Einwirkungen spricht ist, dass die Erkrankung auch schon bei ganz kleinen Kindern auftritt. Gerade wurde solch ein Fall in unserer Fachzeitschrift publiziert. 

Auch kommt die Dupuytrenerkrankung bei vielen Menschen vor, die ihre Hände weder beruflich noch in der Freizeit  besonders stark beanspruchen.

Jedenfalls kennen wir keine wissenschaftlichen Beweise dafür, das es gerade eine mechanische Überlastung ist, die die Erkrankung hervorruft und weiter verschlimmert.

Auch wenn es immer wieder interessante Berichte gibt wie zum Beispiel, dass mehr als die Hälfte der über 60jährigen Feldhockeyspieler Dupuytrenzeichen aufwiesen, beweist dies nicht, dass diese Art sportlicher Bestätigung sich regelhaft ungünstig auswirken wird.  

Daraus folgt auch, dass wir Ihnen als Patient nicht empfehlen müssen, Gewohnheiten wie zum Beispiel Tennis oder Golf zu spielen, aufzugeben. Es ist nicht erwiesen, dass durch den Verzicht auf diese Sportarten die Erkrankung nicht weiter voranschreitet.

Es bleibt also auch an dieser Stelle beim Motto "Bleiben Sie entspannt!"

Suchen Sie Handchirurgen?
www.dg-h.de

https://www.handexperten.com/arztsuche/

Kennen Sie die Deutsche Dupuytren-Gesellschaft?
www.dupuytren-online.de

Möchten Sie mich kontaktieren?
www.reichert.tel


Musik:
https://www.epidemicsound.com/track/eFCHv46Oix
https://www.epidemicsound.com/track/ijNaoG6ONV
https://www.epidemicsound.com/track/RhqbgkBhvU
https://www.epidemicsound.com/track/50cUoYHn1w


Hintergrund des freigestellten Videos: Photo by LYCS Architecture on Unsplash



LITERATUR:
Broekstra DC et al.: Dupuytren disease is highly prevalent in male field  hockey players aged over 60 years. Br J Sports Med
, 52 (20), 1327-1331,  DOI: 10.1136/bjsports-2016-096236

Hahn P: Epidemiologie des Morbus Dupuytren. Orthopäde 2017 · 46:298–302, DOI 10.1007/s00132-017-3384-8 

D. ELLIOT and R. RAGOOWANSI: DUPUYTREN’S DISEASE SECONDARY TO ACUTE INJURY, INFECTION OR OPERATION DISTAL TO THE ELBOW IN THE IPSILATERAL UPPER LIMB – A HISTORICAL REVIEW
Journal of Hand Surgery (British and European Volume, 2005) 30B: 2: 148–156

Wenn es uns körperlich nicht gut geht, dann können wir damit besser umgehen, wenn wir die Ursache kennen. Nach einer durchfeierten Nacht kennen wir den Grund für unsere Katerstimmung, ein Mückenstich, ein Sonnenbrand, ein Bluterguss nach einem Skiunfall, oder sogar der gebrochenen Knöchel, alles das ist klar auf ein Ereignis zurückzuführen. Wir können damit umgehen, wir können uns vorstellen wie lange es dauert, bis alles wieder vorbei ist. Und schlimmstenfalls gibt uns unser Arzt Hausaufgaben mit auf den Weg und sagt uns, was wir tun und lieber nicht tun sollen.

Was aber, wenn plötzlich und ohne einen solchen klaren Grund eine Verhärtung in der Hand entsteht?

Als mir das bei meinem Vater zum ersten Mal auffiel, erzählte ich ihm von der Dupuytren-Erkrankung. Er widersprach mir. Nein, nein das habe damit gar nichts zu tun. Er habe neulich bei der Ernte im Apfelbaum kurz die Balance verloren, musste sich abfangen und mit der Hand kräftig nach einem Ast greifen, um nicht herabzustürzen. Dabei habe er ein Reißen in der Hand gespürt.

Dies deutet auf eine der ältesten Fragen im Zusammenhang mit der Dupuytrenerkrankung: ist das Folge einer Verletzung oder einer mechanischen Belastung? Dupuytren selbst hatte das so beschrieben.

Es gibt in der medizinischen Literatur mittlerweile viele hundert Berichte über solche Beobachtungen, auch nach Infektionen an der Hand oder nach Operationen. Jeder Handchirurg hat das schon einmal gesehen. Aber ein Beweis für eine echte Kausalität ist das noch nicht. Das setzt andere Formen einer Studie voraus, ich hatte das an anderer Stelle schon einmal beschrieben.

In früheren Zeiten, als die Menschen noch etwas anders mobil waren, sprach man von der Kutscherkrankheit.
Damals war die Ansicht verbreitet, wer sein Leben lang kraftvoll Zügel halten muss, hat doch am Ende zwangsläufig krumme und steife Finger. Auch hier gilt, dass der Nachweis eines Ursachenzusammenhangs noch fehlt. Arbeiten mit vibrierenden Maschinen scheinen einen ungünstigen Einfluss zu haben, als Berufskrankheit anerkannt ist das aber noch nicht.

Was gegen den schädigenden Einfluss mechanischer Einwirkungen spricht ist, dass die Erkrankung auch schon bei ganz kleinen Kindern auftritt. Gerade wurde solch ein Fall in unserer Fachzeitschrift publiziert.

Auch kommt die Dupuytrenerkrankung bei vielen Menschen vor, die ihre Hände weder beruflich noch in der Freizeit besonders stark beanspruchen.

Jedenfalls kennen wir keine wissenschaftlichen Beweise dafür, das es gerade eine mechanische Überlastung ist, die die Erkrankung hervorruft und weiter verschlimmert.

Auch wenn es immer wieder interessante Berichte gibt wie zum Beispiel, dass mehr als die Hälfte der über 60jährigen Feldhockeyspieler Dupuytrenzeichen aufwiesen, beweist dies nicht, dass diese Art sportlicher Bestätigung sich regelhaft ungünstig auswirken wird.

Daraus folgt auch, dass wir Ihnen als Patient nicht empfehlen müssen, Gewohnheiten wie zum Beispiel Tennis oder Golf zu spielen, aufzugeben. Es ist nicht erwiesen, dass durch den Verzicht auf diese Sportarten die Erkrankung nicht weiter voranschreitet.

Es bleibt also auch an dieser Stelle beim Motto "Bleiben Sie entspannt!"

Suchen Sie Handchirurgen?
www.dg-h.de

https://www.handexperten.com/arztsuche/

Kennen Sie die Deutsche Dupuytren-Gesellschaft?
www.dupuytren-online.de

Möchten Sie mich kontaktieren?
www.reichert.tel


Musik:
https://www.epidemicsound.com/track/eFCHv46Oix
https://www.epidemicsound.com/track/ijNaoG6ONV
https://www.epidemicsound.com/track/RhqbgkBhvU
https://www.epidemicsound.com/track/50cUoYHn1w


Hintergrund des freigestellten Videos: Photo by LYCS Architecture on Unsplash



LITERATUR:
Broekstra DC et al.: Dupuytren disease is highly prevalent in male field hockey players aged over 60 years. Br J Sports Med
, 52 (20), 1327-1331, DOI: 10.1136/bjsports-2016-096236

Hahn P: Epidemiologie des Morbus Dupuytren. Orthopäde 2017 · 46:298–302, DOI 10.1007/s00132-017-3384-8

D. ELLIOT and R. RAGOOWANSI: DUPUYTREN’S DISEASE SECONDARY TO ACUTE INJURY, INFECTION OR OPERATION DISTAL TO THE ELBOW IN THE IPSILATERAL UPPER LIMB – A HISTORICAL REVIEW
Journal of Hand Surgery (British and European Volume, 2005) 30B: 2: 148–156

57 11

YouTube Video EVRCu8vTaHM

☝️ Morbus Dupuytren: Wieso gerade ich? #gutlebenmitdupuytren

Gut leben mit Dupuytren 11. April 2020 13:03