Kaum eine Frage beschäftigt Betroffene so früh wie diese: Kann man dem Morbus Dupuytren vorbeugen – und was lässt sich tun, damit es nicht schlimmer wird? Die ehrliche Antwort ist unbequem, nimmt zugleich aber Druck: Einen bewiesenen Hebel, mit dem Sie die Erkrankung durch Ihr Verhalten sicher verhindern, gibt es nach heutigem Wissen nicht. Warum das so ist – und was Sie trotzdem realistisch beeinflussen können – erkläre ich Ihnen hier. Einen Überblick über die Dupuytren-Krankheit insgesamt finden Sie an anderer Stelle.
Mit einer Beschwerde gehen wir leichter um, wenn wir ihren Auslöser kennen. Den Muskelkater nach einer durchtanzten Nacht, den Mückenstich, den Sonnenbrand, den gebrochenen Knöchel nach dem Skisturz – all das ordnen wir einem klaren Ereignis zu. Wir wissen ungefähr, wie lange es dauert, und können etwas dagegen tun.
Beim Morbus Dupuytren fehlt dieser klare Auslöser meist. Als ich meinem Vater zum ersten Mal von der Erkrankung erzählte, widersprach er sofort: Das habe damit nichts zu tun – er habe sich bei der Ernte im Apfelbaum abfangen müssen, kräftig nach einem Ast gegriffen und dabei ein Reißen in der Hand gespürt. Damit berührte er eine der ältesten Fragen zu dieser Erkrankung: Entsteht sie aus einer Verletzung oder mechanischen Belastung? Schon Baron Dupuytren selbst hat das so vermutet, und in der medizinischen Literatur finden sich viele hundert Berichte über Beschwerden nach Verletzungen, Infektionen oder Operationen an der Hand.
Doch eine Beobachtung ist noch kein Beweis. Dass zwei Dinge zeitlich zusammenfallen, belegt keine Ursache. Und genau hier liegt das Problem der Vorbeugung: Solange kein beeinflussbarer Auslöser sicher feststeht, gibt es auch keinen klaren Ansatzpunkt, an dem Sie vorbeugend eingreifen könnten.
Wenn es überhaupt einen Ansatz zur Vorbeugung gibt, dann weniger bei der Handarbeit als bei den allgemeinen Risikofaktoren, die Sie ohnehin beeinflussen können: Rauchen, ein hoher Alkoholkonsum und ein schlecht eingestellter Diabetes gelten als begünstigend. Ein sicheres Verhindern der Erkrankung lässt sich daraus nicht ableiten – ein gesunder Lebensstil schadet Ihrer Hand aber gewiss nicht.
Für den Alltag heißt das vor allem: Bleiben Sie entspannt. Sie müssen nicht in jeder Anstrengung Ihrer Hände die Ursache suchen und nichts Liebgewonnenes aufgeben. Beobachten Sie stattdessen in Ruhe, ob sich Knoten oder Stränge verändern – und lassen Sie die Hand fachärztlich einschätzen, wenn die Beweglichkeit nachlässt.
☝️ Morbus Dupuytren: Wieso gerade ich? #gutlebenmitdupuytren
Gut leben mit Dupuytren 11. April 2020 13:03