Wann was und wie?
Das Video stellt einen persönlichen Behandlungsalgorithmus für Morbus Dupuytren vor, weil es keine einfache Standardleitlinie für alle Verlaufsformen gibt. Entscheidend für die Therapie ist nicht nur das Stadium, sondern vor allem die funktionelle Beeinträchtigung der Hand im Alltag.
Im Frühstadium mit Knoten ohne Streckdefizit muss oft noch nicht behandelt werden. Wenn jedoch eine deutliche Dynamik mit zunehmender Verhärtung besteht, kann eine Strahlentherapie sinnvoll sein, um das Fortschreiten zu bremsen.
Sobald Stränge entstehen und Finger nicht mehr gut gestreckt werden können, wird die Behandlung aktiver. Die Nadelfasziotomie ist besonders bei einfachen Strängen und frühen bis mittleren Stadien eine wichtige minimalinvasive Option, während bei ausgeprägteren Kontrakturen die offene Operation an Bedeutung gewinnt.
Die Kollagenase-Behandlung wird im Video als mögliche Alternative beschrieben, spielt in Deutschland derzeit aber kaum noch eine Rolle, weil das Präparat in Europa nicht mehr regulär verfügbar ist. Bei fortgeschrittenen Befunden, Rezidiven oder komplexen Fehlstellungen können auch aufwendigere Eingriffe oder ergänzende Maßnahmen nötig werden.
Der Sprecher betont außerdem, dass die Wahl der Therapie vom Aufwand, der ambulanten oder stationären Durchführbarkeit und besonders von der Nachbehandlung abhängt. Am Ende steht immer die individuelle Entscheidung gemeinsam mit Hausarzt, Handchirurg, Strahlentherapeut und gegebenenfalls spezialisierten Therapeuten.
